Rot, Gelb, Blau & Grün [Erstellt am: 17.09.2008, 357 mal gelesen]












Seltsame Gestalten und selbstgebastelte Weihnachtskarten. Warum die Jugendfahrt trotz allem ein voller Erfolg war? Weil wir mit dabei waren!

118 Meter über dem Rhein thront die seit dem 16. Jahrhundert bestehende und als uneinnehmbar geltende Befestigungsanlage. Als Aussichtspunkt gut geeignet kann man einige Kilometer ins Land hinein schauen. Direkt zu Füßen der Festung liegt nicht nur der Rhein, sondern auch die Mosel - und somit das Deutsche Eck mit dem Denkmal Wilhelms des I.
An diesen geschichtsreichen Punkt führte uns die diesjährige Jugendfahrt unseres Bezirks. Bereits am Freitag Mittag ging das Erlebnis in strömendem Regen los, eine mehrstündige Busfahrt durch Regen und Stau lag vor uns. Endlich angekommen stand die Festung "unter Wasser", Koffer und Jugendliche waren nach dem Marsch vom Parkplatz zur "Niederen Ostfront", in dem die Jugendherberge untergebracht ist, schlammbespritzt. Nun waren Auspacken und Einräumen angesagt. Im Gegensatz zu den letzten Jugendfahrten waren wir diesmal so früh, dass man vor dem amerikanischen Grillen noch eine Besichtigung der Umgebung oder ein kleines Tischtennisturnier starten konnte. Zur Stärkung gab es dann im Hof Spare Ribs, Bohnensalat und gegrillte Maiskolben. Der Abend war nun für jeden frei. Die meisten nutzen die Gelegenheit um sich gegenseitig zu messen und Spaß zu haben - ob beim Uno-Spiel, beim Tischtennis oder beim Fußball. Für einige stand allerdings noch etwas anderes an. Damit die Schnitzeljagd am nächsten Morgen stattfinden konnte, mussten Kostüme verteilt, die Standorte gesucht und die Schatzkarten gebastelt werden.
Der nächste Tag begann nicht wie vielleicht üblich mit Frühstück, sondern mit dem gemeinsamen Gebet. Anschließend machten wir uns allerdings über das Frühstücksbuffett her, um den Tag bis zum Abendessen zu überstehen. Um 11 Uhr sollte die Schnitzeljagd beginnen, doch wir kamen uns vor wie in einem Hexenkesseln. Grau in grau lag Koblenz am Fuß des Berges und unser Vertrauen sank. Kurzerhand verschoben wir das Ganze und bangten schon um die viele Arbeit, die wir in das Spiel gesteckt hatten. Doch wie haben wir uns geschämt, als es Punkt 11 Uhr aufhörte zu Regnen und das ganze Wochenende über trocken blieb. "Unser Gottvertrauen ist wohl zu Hause geblieben", gab man kleinlaut zu.
Nun trommelten wir alle zusammen und los ging ein Spiel der besonderen Art. Die Gruppen mussten sich ihre Teile der Schatzkarte an den einzelnen Stationen verdienen um letzendlich den bewachten Schatz zu finden. Der Druide besaß ein Schriftstück, was er nicht zu entziffern vermochte. Der Kräuterhexe fehlten wichtige Zutaten für ihren Trank und der Mönch stellte unsere Bibelkenntnisse in Frage. Doch auch Händler und Räuber mit ihren Logikrätseln und das Bauernmädchen und die Priesterin mit ihren Fragen kosteten wertvolle Zeit. res Rätsel Lösungen waren nicht schwer und schnell war die Schatzkarte zusammengesetzt. Völlig aus der Puste trudelten die Gruppen so an dem Platz ein, wo der Schatz versteckt lag. Dort sahen sie sich jedoch einer letzten Aufagbe ausgesetzt. Den Schatzhüter zu besiegen. Mann gegen Mann hieß es nun in dem Kampf um die Schokolade - letztlich gab der Hüter auf und der Schatz wurde geraubt.
Im Laufe des Tages bestand für jeden die Möglichkeit, sich wieder einmal für den Europajugendtag nützlich zu machen. Diesmal stand Weihnachtskarten basteln auf dem Programm. Nach vielen Klebstoff-Unglücken und Glimmer-Attacken sahen die Jugendlichen ebenso aus wie die Karten - goldig. Die Kunstwerke bleiben allerdings nicht unter Verschluss sondern werden auf den kleinen Weihnachtsmärkten in den Gemeinden verkauft.
Weiter ging es an diesem Tag mit dem Workshop unseres Bezirksältesten, bei dem es ebenfalls bunt zu ging. "Rot, Gelb, Blau und Grün - warum wir Menschen gern in Schubladen stecken" war das Thema mit dem wir uns etwa 1 1/2 Stunden lang beschäftigten. (Mehr dazu hoffentlich bald hier.)
Nach einem guten Abendessen machte die moderne Technik den Abschluss des Abends. Nach den Bildern des Tages folgte "Recklinghausen sucht den Superstar" - per Playstation. Bei dem Spiel "Singstar" blühte manch einer auf und bekam sogleich die Einladung zur nächsten Jugendchorprobe. Der Abend war lang - und die Nacht zum Sonntag für manchen zu kurz. Um sechs Uhr waren die meisten schon auf den Beinen um die Koffer zu packen und sich selbst "kirchenfertig" zu bekommen. Nach einem leckeren Frühstück mit Müsli, Brötchen und Rührei ging es zurück zum Bus und den Berg hinunter zur Kirche in Koblenz. Nach einem schönen Gottesdienst und vielen Wünschen an die Heimat traten die Jugendlichen gegen 11 Uhr mit Wehmut den Rückweg an. Zwei Stunden später war dann das lange, sehr schöne Wochenende zu Ende.


Text: Solvey Schliffke


[zurück]